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Mittwoch, 26. August 2009

Innovation durch Mobilität und Bandbreite

Smartphones: Nokia verliert mit Symbian weiter Marktanteile und bringt sein Linux basiertes „Maemo“ als Alternative ins Gespräch. Eine Allianz mit Microsoft soll „MS Mobile Office“ auf Symbian? Smartphones bringen. Zusätzlich soll die Kooperation mit Intel verstärkt werden. Intel hat selber gerade sein Linux für Mobiles „Moblin“ in die Open Source Community geworfen und möchte gegen ARM angreifen.

Die Shooting Stars Apple und RIM mit ihren proprietären Systemen bekommen Konkurrenz von zwei Seiten. Einige PC-Hersteller, wie Acer, Asus und Dell steigen in den Wachstumsmarkt „Smartphone“ ein und Google gewinnt mit Android an Boden. Bis Jahresende soll es ca. 18 Android Modelle, neben HTC u.a. von Dell, Motorola, Huawei, Lenovo, Philips, Samsung und Sony Ericsson geben.

Microsoft hat dieses Jahr Windows Mobile 6.5 herausgegeben, ist aber weiterhin unter Druck. Jetzt soll es die Version 7 nächstes Jahr richten, die „Windows Phone“ heißen soll. Palm versucht mit letzter Kraft, und seinem Palm Pre auf webOS (auf Linux Kernel), verlorenen Boden gut zumachen.

Meine Prognose: Tonangebend für die nähere Zukunft sind die Systeme, die schon von Anfang an für breitbandiges Internet und die entsprechenden Applikationen designed wurden. Das ist zum einen Apple mit seinem iPhone OS sowie die Linux basierte Generation, mit Google und Android an erster Stelle.

ARM dominiert weiterhin die Prozessorseite. Ob es Intel zusammen mit Nokia Maemo/Moblin schafft dort einzusteigen sehe ich eher skeptisch. Entscheidend wird auch sein, wer den Sprung vom Smartphone in die nächste Generation der „Mobile Devices“ (MOD´s) schafft. Apple ist sicher wieder dabei.

Mobile Devices (MOD´s): Eine neue Generation von Geräten, die mit den Netbooks begonnen hat, ist ein weiterer Wachstums- und Innovationstreiber. Asus mit seinem EeePC hat das Rennen eröffnet, Acer, Dell, HP, MSI, Lenovo, Toshiba etc. sind gefolgt. 2008 ist der Markt für diese Geräte geradezu explodiert – auf Kosten der klassischen PC´s und Notebooks.

Jetzt steigt auch noch Nokia, der weltgrößte Handy-Hersteller, mit "Booklet 3G" in den umkämpften Markt der Netbooks ein. Zunächst auf Intel Atom und Windows 7 Basis, es gibt aber schon Gerüchte, dass nächstes Jahr eine ARM Version folgen soll.

MOD´s sind kleinere mobile Geräte, aber durchaus geeignet für einfache Büroarbeiten, für Fotos, zum Abspielen von Musik und Videos, Fernsehen, Spielen, Navigation, als e-Book Reader sowie insbesondere speziell fürs Internet, aber auch zum Telefonieren. Im Prinzip alles was ein Smartphone auch kann, aber mit einem größeren Bildschirm und teilweise richtige Tastatur bzw. entsprechendem Touchscreen.

Intel mit seinem Atom Prozessor dominiert noch den Markt, aber es gibt Alternativen von VIA und ARM. Microsoft konnte mit Vista nicht landen und hat XP noch einmal ausgegraben. Windows 7 soll es wieder richten. Trotzdem dominieren Microsoft und Intel den Markt deutlich, aber es gibt, insbesondere wieder auf Linux Basis, interessante Alternativen und Mitspieler.

Meine Prognose: Neben dem Netbook werden weitere Gerätetypen noch in diesem Jahr und insbesondere 2010 kommen. Die Gerüchteküche um das Tablet von Apple kocht schon fast über, aber auch andere Hersteller arbeiten fieberhaft an der neuen Gerätegeneration. Genauso wie die Hersteller von Prozessoren, Displays, Speicher, Akkus etc, die sie erst ermöglich hat.

Beste Chancen Microsoft weitere Marktanteile abzujagen, haben Systeme, die schon für Mobilität und das Internet entwickelt wurden (siehe Smartphones). Dazu gehört natürlich Apple sowie die Systeme, die auf einen Mobile Linux Kernel aufbauen. Google mit „Chrome OS“ hat durchaus Chancen, muss sich aber beeilen, wenn es dabei sein will.

In einem nächsten Schritt werden die Winner in diesem Bereich, auch in dem Markt für die klassischen, stationären Rechner Einzug halten - das fürchten die Monopolisten. Apple ist der einzige Anbieter, der durchgängig gut aufgestellt ist, was sich in der Kursentwicklung der letzten Jahre niedergeschlagen hat. Der Challenger für Microsoft/Intel/Apple ist Google mit seinem Open Source und dem Internet Centric Computing (ICC) Ansatz.

Über den Trend zu Mobilität wackeln die Monopole von Intel und Microsoft heftig. Uns als Anwender kann es nur freuen. Wir bekommen mehr Innovation, bessere Qualität, höheren Bedienkomfort und das auch noch zu niedrigeren Kosten.

Freitag, 7. August 2009

Die Attacke der MOD´s auf Microsoft

In der IT wird „Mobile Communication & Computing“, oder einfach nur MCC, zum Innovationstreiber. Basis dafür sind neue Display-, Chip-, Speicher- und Akku-Technologien in den „Mobile Devices“, oder einfach nur MOD´s. Vorläufer dieser neuen Geräte Generation sind die sogenannten „Smartphones“und „Netbooks“. Apple hat mit iPod und iPhone die zweite Runde eingeläutet.

Die MOD Geräte der nächsten Generation sind eine Symbiose zwischen Telefon, Navi, DVD-/Audio-Player, Mobile-PC und dem Internet. Das dominierende Betriebssystem dafür wird mit größter Wahrscheinlichkeit nicht MS-Windows sein, sondern in der ersten Reihe stehen dafür Android, Chrome OS und Moblin – alle auf der Basis von „Open Source“ und Linux. Damit sind sie im zweiten Schritt auch die Kandidaten für den Desktop und stellen damit eine massive Bedrohung für das Microsoft Monopol in diesem Bereich dar.

Warum werden die Neuen erfolgreich sein? Weil sie billiger, kompakter, einfacher und schneller sind als die Veteranen.

Ein Link zum Thema in der Financial Times Deutschland:
http://www.ftd.de/technik/medien_internet/:Mobiles-Web-Gro%DFangriff-auf-Microsoft/550392.html

P.S.: Im Web gibt es teilweise den Begriff „Mobile Internet Devices“ – MID´s. Ich bevorzuge die allgemeinere Bezeichnung „Mobile Devices“ MOD´s. Das Internet ist zwar eine wesentliche, aber auch nur eine Komponente in dem Konzept. Die Geräte werden auch ohne Internetverbindung funktionieren und die Anwendungen auch lokale Daten verarbeiten können. Damit werden sie erst zu einer Alternative zu den stationären Computern.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Macht Google mit "Chrome OS" Microsoft Probleme?

Nach der kürzlichen Ankündigung von "Chrome OS" gibt es wieder eine Vielzahl an News und Kommentare dazu. Vieles dabei ist Unsinn und noch mehr davon Spekulation. Wenn sogenannte Analysten meinen, dass die Benutzer Software auf dem Computer laufen lassen wollen, oder dass Google wohl Jahre braucht bis es Microsoft auf der Betriebssystemebene das Wasser reichen kann etc., stellt sich die Frage ob die von Microsoft bezahlt sind. Microsoft macht sich natürlich auch lustig "von Chrome OS gibt es weiter nichts als einen Blog ..."! Über Linux wurde vor nicht allzu langer Zeit ähnlich gelästert. Gibt es heute noch Firmen, die es nicht einsetzen? Linux spielt ja keine unwesentliche Rolle in dem Google Konzept. Anstatt Chrome könnte man auch Firefox, Safari oder gar IE setzen, wenn das jemand will.

Ich habe bei der Chrome Veröffentlichung im September 2008 schon über das Potential eines "Web OS" an dieser Stelle spekuliert und meine Erwartungen haben sich bisher bestätigt. Wenn Google in eine "exotische" Ecke gestellt wird wie, z.B. für "kleine, leistungsschwache, mobile Geräte" oder "nur für Konsumenten", dann erinnert mich das etwas an IBM vs Microsoft zu OS/2- und DOS-Zeiten. Genausowenig wie Microsoft IBM plattgemacht hat wird Google Microsoft vernichten. Es gibt heute noch den Mainframe und es wird auch in 10 Jahren noch "fette" Microsoft Clients geben. Mit "fett" meine ich, dass z.B. nach frischer Vista Installation, der Viren-Checker 70.000 oder sind es gar 100.000 Dateien anzeigt, ohne dass ich irgendwelche Nutzdaten abgelegt habe.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit Netbook und mobile Computing, muss ich feststellen, dass ich keine Anwendungen auf einem Gerät installieren oder laufen lassen will, vorausgesetzt ich habe die Funktionalität zur Verfügung, die ich gerade brauche. In dem Maße, wie Anwendungen über das Web verfügbar sind nimmt der Bedarf für lokale Anwendungen ab. Natürlich muss auch ein gewisser Umfang von Offline-Fähigkeit vorhanden sein. Ich bin heute schon weitgehend unabhängig von MS-Betriebssystem und MS-Office oder ähnlichen Dinosaurier-Applikationen. Das gilt sicher nicht für alle Anwendungsfälle und Benutzergruppen, aber ich bin überzeugt, dass das für eine Mehrheit der User - oder nennen wir sie halt Konsumenten - so gilt. Wenn nicht Google sich durchsetzt, dann wird es jemand anders sein. Es gibt sicher ein Leben - IT-Architektur und neues OS - nach oder parallel zu Microsoft. Dem der Sehen und Verstehen kann, dem zeigt sich auch schon der Weg.