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Freitag, 7. August 2009

Die Attacke der MOD´s auf Microsoft

In der IT wird „Mobile Communication & Computing“, oder einfach nur MCC, zum Innovationstreiber. Basis dafür sind neue Display-, Chip-, Speicher- und Akku-Technologien in den „Mobile Devices“, oder einfach nur MOD´s. Vorläufer dieser neuen Geräte Generation sind die sogenannten „Smartphones“und „Netbooks“. Apple hat mit iPod und iPhone die zweite Runde eingeläutet.

Die MOD Geräte der nächsten Generation sind eine Symbiose zwischen Telefon, Navi, DVD-/Audio-Player, Mobile-PC und dem Internet. Das dominierende Betriebssystem dafür wird mit größter Wahrscheinlichkeit nicht MS-Windows sein, sondern in der ersten Reihe stehen dafür Android, Chrome OS und Moblin – alle auf der Basis von „Open Source“ und Linux. Damit sind sie im zweiten Schritt auch die Kandidaten für den Desktop und stellen damit eine massive Bedrohung für das Microsoft Monopol in diesem Bereich dar.

Warum werden die Neuen erfolgreich sein? Weil sie billiger, kompakter, einfacher und schneller sind als die Veteranen.

Ein Link zum Thema in der Financial Times Deutschland:
http://www.ftd.de/technik/medien_internet/:Mobiles-Web-Gro%DFangriff-auf-Microsoft/550392.html

P.S.: Im Web gibt es teilweise den Begriff „Mobile Internet Devices“ – MID´s. Ich bevorzuge die allgemeinere Bezeichnung „Mobile Devices“ MOD´s. Das Internet ist zwar eine wesentliche, aber auch nur eine Komponente in dem Konzept. Die Geräte werden auch ohne Internetverbindung funktionieren und die Anwendungen auch lokale Daten verarbeiten können. Damit werden sie erst zu einer Alternative zu den stationären Computern.

Freitag, 24. Juli 2009

Wie schwer ist Microsoft krank?

Spiegel-Online - 24.7.2009: Redmond - "Der Software-Riese Microsoft schwächelt: Eine Flaute am PC-Markt und die Wirtschaftskrise haben das Unternehmen härter getroffen als erwartet. Der Gewinn brach im vergangenen Quartal um fast 30 Prozent auf 3 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) ein. Der Umsatz fiel um 17 Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar. Erstmals seit dem Börsengang 1986 beendet Microsoft damit ein Geschäftsjahr mit einem Umsatzminus."

Meine Meinung: Jetzt zeigen sich die ersten Probleme, in den für die Zukunft kritischen Bereichen, am deutlichsten. Der Windows-Bereich litt besonders stark mit fast 30% weniger Umsatz und 33% weniger Gewinn. Im Spiele & Mobile Bereich ging der Umsatz um 25% zurück, hier macht MS etwas geringere, aber nach wie vor Verluste von 130 Mio. US$. Im wichtigsten Zukunftsbereich, den Internet-Services ging der Umsatz um über 100 Mio. US$ zurück und der Verlust stieg um fast 250 Mio US$. Umsatz und Verlust sind jetzt gleich auf bei ca. 730 Mio US$. Allein die trägen Geschäftskunden - Server und Business Sparten - haben einen noch drastischeren Einbruch verhindert. Haben die "Konsumenten" schon gegen Microsoft entschieden? Oder glaubt irgend jemand, dass Yahoo Microsofts Online-Services retten kann?

Ich glaube es nicht. Die Suchmaschine "Bing" hat mit viel Marketingaufwand, allenfalls in den USA, eine gewisse Anfangsaufmerksamkeit erzeugt. Im Mobile-Bereich hat Apple mit dem iPhone gezeigt (Steigerung Umsatz um knapp 12% und Gewinn um 15% im letzten Quartal insgesamt), wie es geht und die Liste der Hersteller, die mobile Geräte mit Android anbieten nimmt ständig zu. Apple ist in den Markt erst 2007 eingestiegen, hat 2008 "nur" etwa 1% der weltweiten Handys (von ca. 1,2 Milliarden insgesamt ) verkauft, aber fast 20% des Gewinns der gesamten Branche eingefahren! Google lauert mit "Chrome OS" hinter der Ecke und Windows 7 soll die Microsoft Probleme lösen? No way!

Hochgeschwindigkeits-Internet in Verbindung mit Mobilität erfordert neue Lösungen. Microsoft mit seinen Altlasten, die wie ein Klotz am Bein hängen, hinkt hinter her und wird weiterhin Martktanteile verlieren.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Macht Google mit "Chrome OS" Microsoft Probleme?

Nach der kürzlichen Ankündigung von "Chrome OS" gibt es wieder eine Vielzahl an News und Kommentare dazu. Vieles dabei ist Unsinn und noch mehr davon Spekulation. Wenn sogenannte Analysten meinen, dass die Benutzer Software auf dem Computer laufen lassen wollen, oder dass Google wohl Jahre braucht bis es Microsoft auf der Betriebssystemebene das Wasser reichen kann etc., stellt sich die Frage ob die von Microsoft bezahlt sind. Microsoft macht sich natürlich auch lustig "von Chrome OS gibt es weiter nichts als einen Blog ..."! Über Linux wurde vor nicht allzu langer Zeit ähnlich gelästert. Gibt es heute noch Firmen, die es nicht einsetzen? Linux spielt ja keine unwesentliche Rolle in dem Google Konzept. Anstatt Chrome könnte man auch Firefox, Safari oder gar IE setzen, wenn das jemand will.

Ich habe bei der Chrome Veröffentlichung im September 2008 schon über das Potential eines "Web OS" an dieser Stelle spekuliert und meine Erwartungen haben sich bisher bestätigt. Wenn Google in eine "exotische" Ecke gestellt wird wie, z.B. für "kleine, leistungsschwache, mobile Geräte" oder "nur für Konsumenten", dann erinnert mich das etwas an IBM vs Microsoft zu OS/2- und DOS-Zeiten. Genausowenig wie Microsoft IBM plattgemacht hat wird Google Microsoft vernichten. Es gibt heute noch den Mainframe und es wird auch in 10 Jahren noch "fette" Microsoft Clients geben. Mit "fett" meine ich, dass z.B. nach frischer Vista Installation, der Viren-Checker 70.000 oder sind es gar 100.000 Dateien anzeigt, ohne dass ich irgendwelche Nutzdaten abgelegt habe.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit Netbook und mobile Computing, muss ich feststellen, dass ich keine Anwendungen auf einem Gerät installieren oder laufen lassen will, vorausgesetzt ich habe die Funktionalität zur Verfügung, die ich gerade brauche. In dem Maße, wie Anwendungen über das Web verfügbar sind nimmt der Bedarf für lokale Anwendungen ab. Natürlich muss auch ein gewisser Umfang von Offline-Fähigkeit vorhanden sein. Ich bin heute schon weitgehend unabhängig von MS-Betriebssystem und MS-Office oder ähnlichen Dinosaurier-Applikationen. Das gilt sicher nicht für alle Anwendungsfälle und Benutzergruppen, aber ich bin überzeugt, dass das für eine Mehrheit der User - oder nennen wir sie halt Konsumenten - so gilt. Wenn nicht Google sich durchsetzt, dann wird es jemand anders sein. Es gibt sicher ein Leben - IT-Architektur und neues OS - nach oder parallel zu Microsoft. Dem der Sehen und Verstehen kann, dem zeigt sich auch schon der Weg.